Güterumgehungsbahn im Bezirk Hamburg-Nord

Öffentliche Anhörung am 19.04.2005 zur umstrittenen Lärmsanierung

Die öffentliche Anhörung des Verkehrsausschusses im überfüllten Saal der Bezirksversammlung führte zwar nicht zu einer befriedigenden Beantwortung des Fragenkatalogs, den der Ausschuss vorgelegt hatte. Sie führte aber zu der klaren Erkenntnis, dass die Deutsche Bahn AG den Betroffenen über das zu kurz greifende Lärmsanierungsprogramm hinaus nichts anzubieten hatte. Die Enttäuschung darüber entlud sich in einer gereizten Atmosphäre. Während die Vertreter der Deutschen Bahn auf den begrenzten Handlungsrahmen und die Zuständigkeit des Bundes hinwiesen, machten Anwohner und Politiker klar, dass die erwartete Mehrbelastung der Strecke einen aktiven Lärmschutz nach sich ziehen muss.

Die Lebensqualität der Anwohner, der Wert ihrer Grundstücke und Häuser und nicht zuletzt ihre Gesundheit werden durch den Lärm beeinträchtigt. Angeboten wird den Anwohnern aber nur der sogenannte passive Lärmschutz: Ventilatoren und Schallschutzfenster für die Schlafzimmer. In den restlichen Räumen, auf Terrassen und in Gärten würden sie weiterhin und in Zukunft noch stärker durch den Lärm belästigt werden. Um ihre Situation erträglich zu machen, fordern die Anwohner aktiven Lärmschutz, d.h. eine Schallschutzwand. Die Deutsche Bahn AG zieht aber einen Kosten-Nutzen-Index zur Begründung von aktivem oder passivem Lärmschutz heran, der besagt, dass die zu geringe Bebauungsdichte gegen eine Schallschutzmauer spricht.

Die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Petra Raßfeld-Wilske:

"Wir alle hier im Saal - Bürger und Ausschussfraktionen- ziehen an einem Strang. Wir freuen uns über das zahlreiche Kommen der Bürger. Es zeigt uns, dass dies ein extrem wichtiges Thema ist und dass wir mehr erreichen müssen als das, was bisher geschehen ist, bzw. angeboten wurde. Im Konsens mit den andern Fraktionen wollen wir den aktiven Lärmschutz. Die DB hat hier nur das Lärmsanierungsprogramm des Bundes vertreten. Das ist uns zu wenig. Wir müssen einen Runden Tisch ins Leben rufen, an dem alle Beteiligten die weiteren Maßnahmen aushandeln können.

Zudem ist die bisherige isolierte Betrachtung des Schienenlärms ist unzureichend. Nicht nur die Güterumgehungsbahn, sondern auch Straße, U-Bahn und Flughafen verursachen Lärm. Von Seiten der Bahn war zu hören, dass andere Lärmquellen gemäß aktueller Gesetzeslage nicht in die Untersuchung einbezogen werden. Auch mit diesem Punkt können wir uns nicht zufrieden geben. Sowohl der Bund, die Stadt Hamburg als auch die Bahn als privatrechtliches Unternehmen müssen in Sachen Lärmsanierung einbezogen und zur Verantwortung gezogen werden. Wie von den Bürgerinitiativen zu hören war, sind auch Wohnungsbaugesellschaften an einem vernünftigen Ergebnis - an aktivem Lärmschutz - interessiert und zu einem Beitrag bereit. Für die Anwohner ist ohnehin klar, dass sie zu den Maßnahmen einen Eigenanteil von 25% beisteuern müssen. Als Bürger und Steuerzahler können sie erwarten, dass ihr Geld richtig investiert wird."

Die Planungen für den Runden Tisch werden bereits in der nächsten Woche konkretisiert.

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